GUITARENA

"Saitenweise" Klangerlebnisse

David Mana

In Symbiose

15. November 2019, 19:30 Uhr

„Wenn Ich nach dem Konzert von oben bis unten nass geschwitzt, fertig ,aber trotzdem noch voller Energie bin, weiß Ich, das Ich zumindest mein Bestes gegeben habe“,

sagt der italienische Fingerstyle-Gitarrist David Mana voller Bescheidenheit. Dabei kann er voller Stolz auf sein Debütwerk „Oltremare“ verweisen, das ihn als eleganten, hochmusikalischen und sehr kompletten Akustikgitarristen zeigt, mit exzellentem Gespür für Melodik und Dynamik und Songwriting.

David Mana Foto Hannes Hofer

Geboren in Genua 1968 lebt Mana bis zu seinem 25.Lebensjahr im süditalienischen Kalabrien und findet seinen Zugang zur Gitarre im wahrsten Wortsinn in der Besenkammer.

„Meine Mutter fragte mich des Öfteren, ob Ich nicht Gitarre spielen wolle, doch ich vermeinte vehement. Eines Abends – sie war gerade dabei die Küche zu putzen - sagte sie, ich solle ihr mal den Besen aus der Abstellkammer holen. Anstatt des Besens fand ich aber eine EKO-Gitarre vor. Ich nahm sie neugierig in die Hand und wollte sie nicht mehr weglegen. Ich glaube, meine Mutter spürte damals, was die Gitarre mit mir machen würde“.

Zusammen mit seinem Cousin lernt er klassische Musikstücke „aus einem Musikbuch“ bis sein Onkel stirbt.“ Wir fanden in seinem Zimmer eine Kassette mit alten Aufnahmen von ihm und seiner Band. Stücke der Shadows, Ventures und Beatles. Diese Musik ließ uns keine Ruhe mehr, wir versuchten jedes Stück nachzuspielen. Eine anderer Freund von mir spielte die Lieder von CSN&Y und THE BAND. Diese Stücke eröffneten mir eine ganz neue Welt. Ich fraß jedes einzelne davon“.

Wenig später entdeckt der heute 48-Jähriger den Fingerstyle durch Franco Morone Lehrbuch „Fingerpicking Blues Guitar“. Mana beginnt, eigene Stücke zu schreiben und bezieht Inspirationen aus den unterschiedlichsten Quellen.

„Manchmal inspiriert mich die Familie“ sagt der Vater dreier Söhnen(Daniel,Dorian,Adrian), „ein anderes Mal ein Film, dann wieder die Umgebung, auch die Erinnerungen ,Düfte, meine Kindheit in Italien“ – zu Hören auf „Oltremare“. eingespielt mit einer Lowden F38,eine Santa Cruz Om und einem Maton Michael Fix Modell, aufgenommen mit zwei Schoeps- und einem Neumann U87AI-Mikrophon,einem Acousta P100-12-Kanal Mixer und einem Universal Audio-1176LN-Preamp – eine auffallend gut und natürlich klingende Klangkette. Inzwischen hat Mana mit Kollegen wie Jacques Stotzem, Michael Fix, Adam Rafferty und Franco Morone die die Bühne geteilt. „Jedes dieser Konzerte war besonders für mich“, sagt Mana.“Doch mein erstes Konzert mit Franco war natürlich speziell, lernte ich doch von seinen Bücher!„

Und Mana sieht sich immer als Lernender, den Blick voraus und den Horizont weit gesteckt.“Oltremare bedeute Übersee“, erklärt er“, „nicht nur die Situation, dass ich in Österreich lebe und in Heimat Blicke, das ist vielmehr meine allgemeine Einstellung – über das Konventionelle hinausblicken ,immer weiterschauen, hinter die Fassade blicken. Manche Lieder begleiten mich schon mein halbes Leben. Sie wachsen mit mir. Wir leben in einer Art Symbiose, und sie ändern sich jedes mal, wenn ich sie spiele, und passen sich meinem Gemütszustand an“

Stefan Woldach Akustik Gitarre 3/17

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